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Sie sind kommunikativ?! Ich möchte gerne Kritiken von Besuchern des Filmes Kirschblüten Hanami, welche sich mit dieser Sprachlosigkeit am Lebensende befassen, hier veröffentlichen. Ich würde mich freuen! Herzlichen Dank!

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14.03.2008: von Christiane B., ist Soziologie-Studentin (cand. phil) in Bochum und hat einen zehnjährigen Sohn. 

Hallo Günter,

Der Gedanke "den Tod als Leben zu sehen" scheint meiner Meinung nach auf den ersten Blick abwegig. Die meisten sehen den Tod als endgültig an - so wie du und Rudi, b e v o r er sich auf die Suche nach ihr gemacht hat. Schließlich wollen wir alle dem Tod mit Realismus "begegnen", ihn so "bewältigbar" machen, die Lücke schließen, die der Tod in das Leben gerissen zu haben scheint. Da wir in einer rationalen Gesellschaft leben, ängstigt uns vielleicht die mystische Vorstellung, dass es etwas Unbegreifliches, Unfassbares gibt in Bezug auf den Tod und das Leben.

Aus meiner Sicht hat der Film sehr poetisch gezeigt, dass man denjenigen, der gestorben ist, in sich suchen muss. Dazu gehört ein großes Maß an Liebe, Achtsamkeit und Geduld. Außerdem muss man die gewohnten Pfade verlassen und sich vielleicht auch auf eine Reise begeben. Yu sagt in dem Film, dass sie Kontakt zu ihrer Mutter hat und dass die Mutter in ihr ist.

Das heißt nicht, dass es keine Lücke und keine Trauer gibt. Auch Yu weint, als Rudi starb und versuchte ihm nah zu sein, indem sie sich das Schild umhängt und traurig in seinen persönlichen Sachen kramt. Auch sie macht sich also auf die Suche nach ihm und kann ihn später dadurch in ihr Leben integrieren, dass sie mit ihm tanzt.

Der Tanz war aus meiner Sicht das verbindende Element zwischen Leben und Tod. Der Tod ist insofern endgültig, als dass er den Hinterbliebenen eine Lücke hinterlässt. Doch wenn man den Toten ins Leben integriert, mit ihm/ihr Kontakt hält, den Tod verstehen lernt, dann ist der Gestorbene ja nicht wirklich tot, sondern lebt in dem Tanz des Lebenden weiter.

Aus Meiner Sicht ist der Film sogar noch einen Schritt weiter gegangen und hat zumindest die Möglichkeit von Glück durch den Tod nicht ausgeschlossen, was für mich durch die "Kohlrouladen" angedeutet wurde. "Aber vielleicht ist er jetzt glücklich" (Yu).

Du sagst ja selbst, dass Kinder hinsichtlich dieses Themas uns voraus sind. Ich denke, dass das nicht bei jedem Kind so ist. Aber die Kinder, die Platz für Achtseimkeit und Offenheit gegenüber nicht-rationalen Erklärungen der Welt haben, sind vielleicht diejenigen, die noch eine Möglichkeit der Integration des Todes (zum Beispiel den eines Angehörigen) in ihr Leben haben.

Danke für dein Interesse an dem Thema, die wirklich gute Website und dem Interesse an meiner Meinung,

herzliche Grüße,  

Chris

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